Was haben wir uns gefreut, dass er so gut gekeimt ist und die Schnecken ihn in Ruhe gelassen haben (nun ja, wir mussten ihn mit Schneckenkragen schützen, sonst hätten die ganz jungen Pflänzchen keine Chance gehabt). Und dann ist er üppig gewachsen…
Am besten ist es, die Samen recht dicht zu säen und später zu vereinzeln.
Chicorée mag lockere, durchlässige Erde, jedoch nicht zu nährstoffreich und keinen Extradünger. Also sparen wir diese Reihe aus, wenn wir Pflanzenjauche verteilen.
Er stand in Mischkultur zwischen Borlottibohnen und Brokkoli. Andere Korbblütler wie Ringelblumen sollten nicht mit ihm das Beet teilen.

Im Sommer bildet er schönes Laub. Er mag es weder zu trocken noch zu nass, also keine Staunässe.

Jetzt im Oktober haben wir die Wurzeln vorsichtig heraus genommen. Die Blätter werden 4 cm über dem Herz gekappt. An einem dunklen Ort ruhen die Wurzeln einen Monat bei niedrigen Temperaturen, um dann bei 12-18 Grad Celsius neu auszutreiben. Das sind dann die leckeren Chicoréeköpfe, die so beliebt sind.
Aber wie kann man diese Bedingungen schaffen? Die Keller heutzutage sind zu warm oder zu hell und erst kühl, dann wärmer, das ginge auch in unserem Erdkeller im Garten nicht.
Wir haben vor Jahren eine Methode mit zwei Eimern entdeckt:






In den ersten Eimer kommen die Wurzeln in Erde eingepackt, aufrecht, die Schnittfläche am Herz guckt raus. Dann wird ein zweiter Eimer umgedreht übergestülpt. In diesen wachsen dann die zarten Chicorée-Triebe im Dunkeln hinein.
Den Eimer haben wir mit alten Folien und einer dicken Decke umwickelt. Wir werden ab und zu mal nachschauen, ob alles in Ordnung ist.
Zuerst steht der Eimer in der Laube, da sind es bald nur noch einstellige Temperaturen und dann werden wir ihn in die Wohnung holen und in einen Raum stellen, der nicht mehr als 18 Grad Celsius warm ist.

In der Dunkelheit bleiben sie gebleicht und dadurch sehr zart und nur leicht bitter. Eben so, wie wir ihn mögen.
Das hat schon einmal geklappt. Ob es uns dieses Mal auch gelingt?
Ja, es hat geklappt!
Wir haben zarte Chicorée-Köpfe geerntet. Soooo lecker 😋
Wusstet Ihr, dass Chicorée ganz besonders gesund ist? Reich an Vitaminen und Mineralien enthält er auch eine bestimmte Zuckerform, das Inulin. Inulin ist ein Präbiotikum und für einen Teil unserer Darmflora sehr bekömmlich. Für Bifido- und Milchsäurebakterien ist Inulin ein echter Leckerbissen. Sie fermentieren das Inulin und es entstehen Stoffe, wie kurzlebige Fettsäuren, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Wenn die gute Darmflora sich vermehren kann, verdrängen sie dadurch auch unliebsame Gäste.
(Buchempfehlung: „Darm mit Charme“ von Giulia Enders).
Hier findet ihr unser Rezept für einen feinen Chicorée-Orangen-Salat:
Chicorée-Orangen-Salat

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