Auch in diesem Jahr legen wir wieder ein Milpa-Beet an. Hier noch einmal unser Beitrag zu den drei Schwestern. Ein Beispiel, wie sich Pflanzen gegenseitig in Mischkultur unterstützen.
Für die mittel-und südamerikanischen Azteken und Mayas und deren Nachfahren war und ist die Maispflanze Hauptnahrungsmittel und die Milpakultur Grundpfeiler ihrer Landwirtschaft. Vor dem Anlegen einer Milpakultur, während ihrer Bewirtschaftung und nach der Ernte wurden und werden Rituale durchgeführt, die die Natur für die Nutzung um Erlaubnis bitten und ihr für diese danken. Nach dem Schöpfungsritus der Mayas, dem Popul Vuh, formten die Götter die Menschen aus Maisbrei.
Milpa bedeutet in der indigenen Sprache der Azteken nahuatl, was übersetzt „Saat die am Ort steht“ bedeutet. Diese Sprache wird heute noch von rund 1,5 Millionen Menschen in Mexiko gesprochen und zählt damit zu den am meist gesprochenen indigenen Sprachen Mittel-und Südamerikas.
Beeindruckt durch eine Irokesenausstellung in Berlin 2014 wurde uns bewußt, wie verankert die Milpa-Kultur auch in Nordamerika war und ist.
Die Irokesen, eine Konföderation, die auch „Six Nation“ oder Irokesenbund genannt wird (bestehend aus den Stämmen der Seneca, Onondaga, Oneida, Mohawk, Cayuga und Tuscarora) nennen die drei Schwestern in ihrer Sprache: „Die, von denen wir leben.“



Ein Milpa-Beet anlegen – Wie geht das nun?
Mais wird als erste Pflanze ausgelegt, hat er eine Höhe von cirka 40 cm, kommen die Bohnen in die Erde, nicht früher bitte, weil Bohnen sehr schnell wachsen. Ihnen dient die Maispflanze als Rankhilfe und sie versorgen gleichzeitig den Mais mit Stickstoff. Die Bohnen sind Leguminosen, d.h. sie gehen an den Wurzeln eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die den Luftstickstoff für den Boden verfügbar machen, also praktisch als eine Art Dünger wirken.
Kürbis ist ein Bodenbedecker und sorgt dafür, dass der Boden immer feucht bleibt und Wildkräuter haben weniger Chancen sich auszubreiten.
Generell sollte eine Milpa-Kultur einen sonnigen Beetplatz erhalten und jährlich ihren Standort wechseln.



Auch in unserem kleinen Garten gibt es jedes Jahr ein Milpabeet. Wir möchten diese alte Kultur lebendig halten. Für die üppig wachsenden Stangenbohnen (wir lieben Grüne Bohnen, auch in Lila oder Gelb) bauen wir jedes Jahr als Rankhilfe um die Maispflanzen eine Art Tipi.

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