Es ist langsam Zeit, die kommende Gartensaison vor zu bereiten. Dazu zählt, sich rechtzeitig mit Saatgut zu versorgen. Wir säen fast alles selbst und ziehen auch Tomaten, Paprika und Gurken auf dem Fensterbrett vor. Es ist jedesmal ein besonderer Moment, wenn die Saat aufgeht und das Frühjahr mit jedem Zentimenter keimenden Grün ein wenig näher rückt.






Wir wollen euch hier einige unserer Lieblingssorten für den Gemüseanbau vorstellen. Für den besseren Überblick sortieren wir sie in Gruppen, wie sie auch auf den Beeten zusammen in Mischkultur als gute Nachbar*innen angebaut werden können.
Gerade haben wir per Post einen Leserbrief erhalten, den wir hier gerne abdrucken wollen:



Josephine, eine kleine Orang-Utan-Dame aus Berlin möchte ihre Lieblingssorte vorstellen:
Bananenchips
Sie schreibt: „Könnte ich bei euch im Garten drei Beete Bananenchips säen? Dann wachsen Bananenchipsbäume. Das wäre super. Ich esse sehr gerne Bananenchips!“
Josephine hat auch ein Bild von sich in den Brief gesteckt:

Unsere Lieblingssorten



Für die Milpa-Kultur: Stangenbohnen, Kürbis oder Zucchini, Mais
Stangenbohnen
Grünes Posthörnchen – ist eine langsam wachsende, robuste Sorte von Stangenbohnen mit ausgezeichnetem Geschmack. Den Namen hat die Bohne erhalten, weil ihre Hülsenfrüchte leicht gekrümmt sind. Sie trägt erst spät (Ende August / Anfang September), dafür jedoch üppig. Die Bohnen möglichst jung ernten, da sie schnell ausreifen.
Neckarkönigin – wahrhaftig eine Königin unter den Stangenbohnen. Sie punktet ebenfalls mit einem ausgezeichneten Geschmack. Sie trägt früh, ihre Hülsen wachsen lang und dickfleischig und bleiben, auch wenn sie größer werden, ganz zart. Ihre Samen reifen nicht so schnell aus.
Blauhilde – bringt einen blau-violetten Farbtupfer ins Beet. Auch sie hat einen vorzüglichen Geschmack, ähnlich wachsend wie die Neckarkönigin. Es ist eine „Zauberbohne“, denn sobald sie gekocht wird, verliert sie ihre blaue Farbe und färbt sich grün.
Mais
Zuckermais Rainbow Inka – ist eine bunte Maissorte, jedes Korn hat eine andere Farbe weiß, rot oder blauschwarz. Die Inkas – genauer die Quechua, Aymara – in Südamerika zählen zu den ersten Pflanzenzüchter*innen der Welt, die bewusst Sorten ausgewählt und auch miteinander gekreuzt haben. Ihnen verdanken wir zahlreiche Arten an Kulturgemüse. „Rainbow Inka“ ist aus zwei verschiedenen Mais-Sorten der Inkas entstanden.
Kürbis
Hokkaido – er ist einfach unschlagbar der Schmackhafteste unter den Kürbissen, mit festem, orangem Fruchtfleisch und leicht nussigem Aroma. Die Schale lässt sich problemlos mit verwenden.
Zucchini
Gold Rush – ein sehr schmackhafter, fester, goldgelb leuchtender Zucchini. Die Sorte setzt zahlreiche Früchte an.
Cocozelle von Tripolis – eine alte Sorte mit reichlich Fruchtansatz. Sehr schmackhafte lange, hellgrün-dunkelgrün-gestreifte Früchte.

Chilli
Kleines rotes Teufelchen – unsere Lieblingssorte unter den Scharfen. Wächst sehr buschig und verzweigt. Feurig-scharf im Geschmack und dekorativ dazu. Die Chilli-Sorte ist besonders robust und daher für den Freilandanbau geeignet. Ihr könnt die Pflanzen auf die sonnige Seite des Milpa-Beetes pflanzen. Sie sind gute Nachbarn zu Mais, Stangenbohnen und Kürbis. Gelingt auch gut in Töpfen auf dem Balkon.




Beetgemeinschaft von Roter Beete, Knoblauch, Gurken und Bataviasalat. Auch hier haben die Reihen 40 – 50 cm Abstand, es wechseln sich Starkzehrer und Schwachzehrer ab. Vor allem die Gurken brauchen viel Platz, meist ist der Knoblauch dann schon abgeernet. Als gute Nachbar*innen pflanzen wir zu den Gurken in die Reihe Basilikum, auch Dill eignet sich. Die Rote Beete wird vom Blattkoriander unterstützt.
Rote Beete
Hier sind wir noch am ausprobieren. Bisher haben wir es mit der Roten Kugel 2 probiert, leider mit mäßigem Erfolg. In diesem Jahr wollen wir es mit der Ägyptischen Plattrunden und der Erfurther Langen Roten Dunkellaubigen versuchen. Da klingen doch die Namen schon verlockend.
Gurke
Salatgurke Tanja – eine sehr ertragreiche Freilandgurke. Schlank und dunkelgrün. Sie wird kein bisschen bitter. Wir haben mit dieser Sorte wirklich gute Erfahrungen und ihr Geschmack ist ganz vorzüglich.
Einlegegurke Balkonfreude – sie bildet viele kleine, rasch wachsende Gürkchen. Ihre Ranken sind recht kurz, weswegen sie auch hervorragend für den Anbau in Kübeln und auf dem Balkon eignet.
Knoblauch
Flavor – dieser Knoblauch ist würzig, aber nicht zu scharf. Er bildet große, leicht rosa angehauchte Zehen. Früh reifend und gut lagerfähig.
Bataviasalat
Wir lieben diesen leicht knackigen, köstlich schmeckenden Salat und bauen zwei verschiedene Sorten an:
Blonde de Paris – ist eine hellere, grüne Variante
Maravilla de Verano – hat leicht rötliche gefärbte Blätter. Sehr dekorativ!

Pflücksalat, Möhren, Zwiebeln (40 cm Abstand zwischen den Reihen). In die Saatreihe zu den Möhren könnt ihr alle 5 cm Radieschen säen. Sie keimen deutlich früher und sind erntebereit, wenn die Möhren Platz benötigen. Zu den Zwiebeln in die Reihen könnt ihr als guten Nachbarn Dill säen. Ist die Ochsenzunge im Juni abgeerntet, habt ihr eine neue Reihe für Buschbohnen.
Pflücksalat
Ochsenzunge – ein sehr alter, traditioneller Pflücksalat, der aus Rumänien und Kasachstan stammt. Er hat kräftig grüne und zarte Blätter. Sie werden bis zu 25 cm lang und schmecken angenehm nussig. Nur von außen abernten und das Herz schonen, dann wächst er weiter nach. Ochsenzunge verträgt kühle Temperaturen – ähnlich wie Spinat – und eignet sich deshalb für den Anbau im zeitigen Frühjahr, Aussaat ab Anfang März. Ab Anfang Juni schießt er dann in die Blüte und wird bitter. Im September kann eine zweite Aussaat erfolgen, die auch überwintert.
Möhren
Duwicker – eine kreiselförmige frühe Möhre mit feinem Geschmack.
Rodelika – eine lange, am Ende etwas abgestumpfte späte Sorte mit kräftigem Aroma.
Zwiebeln
Sturon – eine große, runde. leicht abgeflachte helle Zwiebel mit sehr gutem Ertrag.
Red Baron – eine kugelrunde, rote Zwiebel, die besonders roh hervorragend schmeckt und sehr bekömmlich ist.
Beides bestellen wir als Steckzwiebeln.
Radieschen
Riesenbutter – zart, nur leicht scharf und auf der Zunge schmelzend. Alles, was man sich von einem Radieschen wünscht.
Eiszapfen – diese Sorte hat eine zapfenartige Form und wird ebenfalls kaum holzig.





In unserem kleinen Garten ist immer nur Platz für wenige Kartoffelreihen, dennoch dürfen sie nicht fehlen. Wir achten darauf, jeweils eine sehr frühe, eine frühe und eine mittelfrühe Sorte anzubauen.
Kartoffeln
Anuschka – eine sehr frühe Salatkartoffel, formschön und glatt. Sehr guter Geschmack.
Rosara – eine sehr frühe bis frühe Sorte mit rötlicher Schale und gelben Fleisch. Köstlich im Geschmack. Sie ist robust und kaum anfällig gegenüber üblichen Kartoffelkrankheiten. Reichlich Knollenansätze.
Linda – ist unsere absolute Lieblingsorte unter den Kartoffeln. Sie ist eine tiefgelbe, festkochende „Spitzenkartoffel“ mit hervorragendem Geschmack. Sie eignet sich zu allem gut, vor allem auch als Pellkartoffel, da sie sich sehr leicht schälen lässt. Sie gehört zu den mittelfrühen Kartoffeln.
Später Salat
Römersalat Forellenschuss – ihn kann man auch während der Sommermonate bis Juli aussäen. Ein wunderbar frischer, würzig schmeckender Salat. Seinen Namen hat er von den zahlreichen rötlichen Sprenkeln erhalten, die sich auf den grünen Blättern verteilen.
Im Abstand von 80 – 100 cm zu den Kartoffeln eignet sich Kohlgemüse in Mischkultur. In den Reihen dazwischen kann man Spinat, Salat, Rettich oder Buschbohnen säen. Allerdings nehmen sowohl der Kohl als auch die Kartoffeln viel Platz in Anspruch. Am besten gelingt sehr früher Salat (Ochsenzunge) oder später Salat (Forellenschuss).
Rosenkohl
Groninger – Rosenkohl ist winterhart und schmeckt besonders gut, nachdem er Frost bekommen hat. Diese Sorte hat einen feinen Geschmack und sehr gute Ernteerträge bis in den März hinein.
Palmkohl
Nero di Toscana – eine Delikatesse aus Italien. Mit seinen blau-grünen Blättern ist er eine Augenweide bis in die kalten Herbst- und Wintermonate hinein. Man kann ihn roh als Salat und in Smoothies verwenden und ähnlich wie Wirsingkohl zubereiten.
Brokkoli
Rosalind – Diese wunderschöne Sorte bildet an den Haupttrieben, mittelgroße, violette Blumen und wenn diese geerntet sind, bilden sich später zahlreiche Seitentriebe mit neuen Blumenansätzen.
Spinat
Butterfly – besonders zarter Spinat, bestens für die Verwendung roh in Salaten geeignet.
Matador – hat breite, dicke Blätter von dunkelgrüner Farbe. Er wird im Frühjahr oder Herbst ausgesät. Gut auch als Gründüngung und Bodenbedecker geeignet.
Winterriesen / Verdil – eine Sorte, die schnell wächst, große, kräftige Blätter und eine zartgrüne Rosette bildet. Besonders fein-würziges, aromatisches Aroma und ist roh oder gedünstet ein Genuss. Für den Frühjahrs- und Herbstanbau geeignet.




In diesen Reigen aus Tomaten, Bataviasalat, Buschbohnen, Mangold können auch Zwiebeln zwischen die Tomaten gesteckt werden. Pastinaken sind ebenso gute Nachbarinnen, wie Kohlgemüse. Probiert es einfach aus.
Tomaten
Resi – diese robuste Tomatensorte ist bestens für den Freilandanbau geeignet. Sie ist widerstandsfähig gegen Braunfäule und wir haben auch in verregneten Sommern (die sind rar geworden) eine gute Ernte gehabt. Sie schmeckt aromatisch und süßlich.
Golden Current – ebenfalls eine sehr robuste, witterungsbeständige Wildtomatensorte. Sie hat kleine gelbe Früchte, die ausgesprochen süß schmecken und regelmäßig geerntet werden sollten, da sie schnell aufplatzen. Die Pflanze verzweigt stark. Irgendwann geben wir das anbinden an die Stäbe auf und lassen sie einfach weiter wachsen.
Zuckertraube – diese Sorte ist empfindlicher, sie bekommt einen geschützten Platz an einer Südwand. Dafür schmeckt sie außerordentlich gut, zuckersüß (der Name!) und trägt üppig.
Ochsenherz – diese herzförmigen, leicht gerippten großen Fleischtomaten dürfen nicht fehlen. Wir nehmen gerne die orangen, um die Farbpalette zu erweitern. Sie sind nicht ganz so ertragreich, dafür aber einzigartig im Geschmack. Auch sie brauchen einen geschützten Ort.
Eissalat
Eissalate sind ebenfalls sehr knackig und schmackhaft, noch ein weniger fester und fleischiger als die Bataviasalate.
Saladin – großer, sehr fest geschlossener Kopf. Gut geeignet für den Sommeranbau, da sehr schossfest.
Sioux – mittelgroße Köpfe mit leuchtend roten Außenblättern.
Buschbohnen
La Victoire – eine reichlich tragende Sorte mit grünen, fadenlosen Hülsen.
Purple Teepee – wieder eine „Zauberbohne“, die violett gefärbt ist (auch das Laub) und beim Kochen grün wird. Sie wächst sehr ausladend und findet auch auf engsten Raum ihren Weg.
Wachsbohne Dr. Becker Nr 18 – allein der Name ist schon bemerkenswert. Diese gelbe Wachsbohne ist ohne Fäden und hat reiche Erträge. Sie wurde von Herrn Dr. Becker in Nordfriesland gezüchtet. Wir verwenden sie gerne in kalten Bohnensalaten mit Zwiebeln, Öl und Essig.
Mangold
Stielmangold Rainbow – diese Mischung ist eine Zusammenstellung verschiedenfarbiger Sorten des Stielmangold. Die Farben leuchten von weiß, gelb orange über rot bis hin zu lila. Wunderschön anzusehen.

Hier noch ein paar Anregungen, wo ihr Saatgut bestellen könnt: Sehr zu empfehlen ist die Saatgut-Initiative Dreschflegel. Es ist ein Verbund von verschiedenen Höfen, die sich für die Erhaltung alter und widerstandsfähiger Sorten einsetzt, die samenfest sind. Das bedeutet, ihre Samen keimen wieder, sind keine gezüchteten Hybride, mit denen die Industrie abhängig machen will vom Kauf ihres Saatgutes. Seltene Gemüsesorten findet ihr auch bei Gabi Krautkrämer. Und alles, was das Gärtnerherz begehrt, außerdem im Biogartenversand Jeebel, vor allem eine Vielfalt an guten alten Kartoffelsorten. Wir freuen uns auch über weitere Anregungen und Tipps von euch, die wir gerne hier im Blog aufnehmen.
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